Biodiversität
|
Viele hochspezialisierte Arten werden rar, wenn Flächen mit extremen Standortverhältnissen wie Nässe oder Trockenheit zu Einheitsstandorten umfunktioniert werden. Storchschnabel-Bläuling und Sumpf-Glanzstengel müssen sich in die letzten Refugien zurückziehen. Doch selbst von diesen "Highlights" haben wir oft kein aktuelles Bild über die landkreisweite Verbreitung und die Bestandssituation der einzelnen Populationen. Um hier unseren Kenntnisstand zu verbessern, rufen wir einen "Informationsknoten Artenschutz" ins Leben (s. Aktuelles). Alle für den Stopp des Artenschwundes Aktiven sind aufgerufen, sich am Zusammentragen ihrer Beobachtungen zu beteiligen. |
| Diesem Thema widmen wir uns im Aufgabenbereich "Biodiversität", insbesondere Arten, die ganz bedeutende Vorkommen oder ihren Verbreitungsschwerpunkt im Unterallgäu haben. Für den Erhalt dieser Arten tragen wir eine ganz besondere Verantwortung. Auf Quellgebiete im Allgäuer Voralpenraum beschränkt ist beispielsweise das Bayerische Löffelkraut. Außer in diesem Areal gibt es weltweit nur noch im ostbayerischen Voralpenraum einige Populationen. Dankbar besiedelt es frisch aufgelichtete Bereiche unserer Kalktuffquellen. | ![]() |
| Noch begrenzter in seiner Verbreitung ist die Riednelke. Diese Pflanze gedeiht einzig im Benniger Ried. Außer wenigen Exemplaren auf dem Stadtgebiet von Memmingen kommen weltweit alle Individuen dieser Pflanzenart nur im Unterallgäu vor. | ![]() |
| Am Biodiversitätsprojekt "Bachmuschelvorkommen im Unterallgäu" sind wir als Umsetzungspartner beteiligt. Zwischenergebnisse bestätigen auch hier, dass eine Aktualisierung unseres Kenntnisstandes ganz unverhoffte Vernetzungsgedanken hervorrufen kann. So wurden bisher nicht dokumentierte Populationen in weiteren unterallgäuer Gewässern gefunden, welche zwar auf Grund geringer Individuenzahlen stark gefährdet sind, die aber durch gezielte Maßnahmen Ausgangspopulationen einer Wiederbesiedelung unserer Bäche sein können. | ![]() |
| Rund 10 000 solcher Bachmuscheln leben im Falchen- graben in Erkheim, weitere 10 000 im Weiherbach in Lauben. | |


